Porta Speciosa und der Kreuzgang

Der Haupteingang der Kirche war im Mittelalter die Porta Speciosa, das Prachttor. Diese Pforte führt vom Kreuzgang in die Kirche und wurde ebenfalls im 13. Jahrhundert errichtet.

Durch die Porta Speciosa betraten Mönche, nachdem sie sich im Kreuzgang versammelt hatten, zum gemeinsamen Gottesdienst die Kirche. Aus dem aus der Offenbarung des Johannes wissen wir, dass das Himmlische Jerusalem 12 Tore hat und darauf der Name der zwölf Apostel stand. Von diesen zwölf Toren wurde eines im Kloster gebaut, damit der Mönch, wenn er zum Gebet geht, so eintritt wie in das Himmlische Jerusalem.

In der Renaissance entvölkerte sich Pannonhalma fast völlig (insgesamt lebten hier 6-7 Mönche). Im Jahre 1472 erhob König Matthias Anspruch auf die Abtei. Unter seiner Herrschaft wurden beträchtliche Bauarbeiten begonnen, zu dieser Zeit wurde auch der heutige Kreuzgang errichtet. Der Abschluss der Bauarbeiten fällt wahrscheinlich auf das Jahr 1486, wie auf dem einen Eckstein eingemeißelt zu lesen ist. Vermutlich verrichteten die Meister der Visegráder königlichen Bauhütte die Arbeiten.

Der kleine Innengarten, den der Kreuzgang umgibt, wurde häufig Paradisum (Paradiesgarten) genannt, man bebaute so einen kleinen irdischen Teil des biblischen Paradiesgartens. Im Mittelalter wurden hier vorrangig Heilkräuter gezogen, damit die Bedürftigen durch sie paradiesische Unversehrtheit und Gesundheit des Leibes zurückgewinnen konnten.